Frauen sind zyklische Wesen und wurden mit einem Monatszyklus ausgestattet, der viele verborgene Talente besitzt. Leider glauben immer noch viel zu viele Menschen, dass der Eisprung nur dann wichtig ist, wenn man schwanger werden will und das PMS einfach ein „normaler Teil“ des Frauseins ist.
Bevor du diesen Artikel liest, möchte ich, dass du dir folgende Frage stellst: Nutze ich meinen Monatszyklus zu meinem eigenen Vorteil?
Vermutlich fragst du dich eher, ob das überhaupt möglich ist. Die Antwort ist ja! Und in diesem Artikel zeige ich dir, wie du das anstellen kannst.
Die folgenden Zeilen werden dir einen Einblick geben, wie du die Energie deines Monatszyklus für dich und dein Leben nutzen kannst, anstatt in deinem stillen Kämmerlein vor dich hin zu leiden und zu denken, dass deine (womöglich schmerzende) Periode etwas ist, mit der du Monat für Monat allein „fertig werden“ musst.
Was passiert da jeden Monat in mir?
Jeden Monat reift eine Eizelle in dir heran, die darauf wartet, befruchtet zu werden. Parallel verändert sich deine Gebärmutterschleimhaut, sodass sich eine befruchtete Eizelle in ihr einnisten kann. All diese Vorgänge werden von Hormonen gesteuert und passieren ganz natürlich und automatisch.
Etwa in der Mitte deines Monatszyklus kommt es zu einem sogenannten Eisprung, das bedeutet, dass die Eizelle vollständig herangereift ist. Bleibt eine Befruchtung aus, wird das neu gebildete Gebärmuttergewebe wieder abgestoßen – es kommt zur monatlichen Blutung. Während der Periode werden etwa 150 ml Blut sowie kleine Partikel der Gebärmutterschleimhaut abgestoßen.
Um noch genauere Informationen über den Menstruationszyklus zu bekommen, schau gern mal auf unserem Beitrag Menstruationszyklus in 2 Phasen vorbei.
Wie du deinen Monatszyklus zu deinem Vorteil nutzen kannst
Du wirst sicher wissen, dass kein Tag deines Zyklus dem anderen gleicht. Das bedeutet, dass du dich in der Mitte deines Zyklus völlig anders fühlen kannst als am Ende. Genau das unterscheidet uns von den Männern, dessen Hormone einem Tagesrhythmus und keinem monatlichen Rhythmus folgen.
Der Menstruationszyklus ist etwas, was wir weder ignorieren noch „abschaffen“ können. Einige Frauen haben im Laufe ihres Zyklus mit Problemen wie Schmerzen während der Periode, Wassereinlagerungen, Brustspannen, Akne oder Stimmungsschwankungen zu kämpfen.
Lies gern weiter um zu erfahren, wie du mithilfe des Konzeptes der inneren Jahreszeiten den Zugang zu deinem Monatszyklus verbessern und unangenehmen Zyklusproblemen vorbeugen kannst.
Das Konzept der inneren Jahreszeiten
Recha und ich haben dieses Konzept bei einem gemeinsamen Workshop für Frauengesundheit kennen-und lieben gelernt. Es ist ein wunderbares Tool für wirklich jede Frau, um mehr mit sich ins Reine zu kommen.
Im Groben geht es darum, den Zyklus in 4 Jahreszeiten einzuteilen. Denn genauso wie wir die Jahreszeiten erleben, bewegt sich unser weiblicher Körper innerhalb unseres Monatszyklus durch die inneren Jahreszeiten, die sich stark voneinander unterscheiden.
Dabei bezieht sich die Menstruation auf den inneren Winter, die Follikelphase (Eireifungsphase) auf den inneren Frühling, die Ovulation (Eisprung) auf den inneren Sommer und die Lutealphase (Gelbkörperphase) auf den inneren Herbst.
Jede innere Jahreszeit bringt neue Möglichkeiten der Kreativität, der Erneuerung, der Wiedergeburt, der Produktivität, der Ausgeglichenheit, der Kontaktfreudigkeit und vieles mehr!
Mit dem Verständnis des Konzepts der inneren Jahreszeiten wirst du lernen, dass die Hormone deines Zyklus mehr beeinflussen als nur deine Periode. Sie beeinflussen alles, von deinem Energieniveau bis hin zu deinem kognitiven Zustand, deinen Ernährungsbedürfnissen, deinem Sexualtrieb, sogar dein Gewicht und das Aussehen deiner Haut.
1. Phase des Monatszyklus: Winter
Die Wintersaison ist die Zeit deiner Periode, auch bekannt als die Blutungsphase. Der innere Winter markiert den Beginn deines Monatszyklus und dauert in der Regel zwischen drei und sieben Tagen.
In der Natur ist der Winter eine Zeit, in der man sich ausruhen, nach Innen gehen und Energie sparen kann. Manche Tiere ziehen sich sogar ganz aus der Welt zurück und fallen in einen tiefen Winterschlaf.
Dein innerer Winter ist nicht anders. Es ist keine Zeit zum Handeln, sondern eher zum Beobachten, Nachdenken und Ausruhen. Der innere Winter ist eine Zeit der Loslösung. Löse dich also von der Außenwelt und wende deinen Blick nach innen.
Was gibt es im Winter zu beachten?
Hormonell betrachtet, sind während deiner Periode sowohl Östrogen als auch Progesteron auf dem niedrigsten Stand. Das bedeutet, dass du dich zu dieser Zeit deines Monatszyklus zurückgezogen und nachdenklich fühlst. Dein Körper ist damit beschäftigt, deine Gebärmutterschleimhaut abzubauen und das kann dazu führen, dass du dich auch müder als sonst fühlst.
Deshalb geht es in dieser Phase darum, deinen Zeitplan zu lockern und zu verlangsamen. Der Winter eignet sich perfekt für gemütliche Tage, an denen du Tagebuch führst, nachdenkst und deinen Fokus nach innen wendest.
Gib dir unbedingt die Erlaubnis, dich auszuruhen und deine Akkus wieder aufzuladen, damit du für die nachfolgenden inneren Jahreszeiten bereit bist.
Ab dem 3. Tag kommt es zu einem sanften Aufschwung des Östrogens, worauf einige Frauen empfindlich reagieren. Ihre Energie steigt merklich an. Wenn du dazu gehörst, dann empfehle ich dir, dass Pedal noch nicht ganz durchzudrücken, denn deine Energie sammelt sich erst noch und wird dir sonst für die restliche Zeit deinen Monatszyklus spürbar fehlen.
So kommen viele Frauen „aus dem Gleichgewicht“, einfach weil sie gegen ihre Physiologie ankämpfen. Also akzeptiere und respektiere, dass die Menstruation den Ton für den Rest des Zyklus angibt, damit sich die Geschenke, die jede Jahreszeit in sich birgt, entfalten können. Gönne dir also in deinem inneren Winter die richtige Ruhe und zelebriere das Nichtstun.

Winterliche Tipps:
- Übe dich in Selbstliebe
- Schaffe dir bewusst einen Rückzugsort
- Nimm ein warmes Bad und entspanne auf der Couch
- Ernähre dich vollwertig und gesund
- Nimm den Druck raus
- Gehe an der frischen Luft spazieren
- Genieße einen Entspannungstee
2. Phase des Monatszyklus: Frühling
Der innere Frühling einer Frau beginnt am ersten Tag nach dem Ende der Blutung und dauert bis zu den letzten Tagen vor deinem Eisprung. Sie entspricht dem größten Teil der follikulären Phase.
So wie der Frühling in der Natur eine Zeit des Wachstums, des neuen Lebens und der Erneuerung ist, so ist der Frühling in deinem Körper eine Zeit der Schöpfung.
Nachdem du dich während der Menstruation zurückgezogen hast, kommst du nun aus deiner “Höhle” heraus und fühlst dich wie neugeboren, frisch und bereit zu erblühen.
Viele Frauen berichten, dass sie einen Schwall frischer Energie, Motivation und Aufregung in Richtung ihres Lebensweges verspüren. Das macht durchaus Sinn. Denn die Menstruationsphase bietet eine Zeit des tiefen Sehens und der Klarheit, wohin deine Energie im kommenden Zyklus gelenkt werden soll.
Was gibt es im Frühling zu beachten?
Aus hormoneller Sicht regt das follikelstimulierende Hormon (FSH) deine Eierstöcke zum Wachstum von Follikeln an, von denen nur einer dominant wird und schließlich eine Eizelle freisetzt.
Während der dominante Follikel weiter wächst, steigt der Östrogenspiegel weiter an und damit auch dein Wohlbefinden. Östrogen bereitet zudem die Gebärmutterschleimhaut auf die potenzielle Einnistung der Eizelle vor. Außerdem sorgt der Anstieg des Östrogens auch für einen Anstieg deiner sexuellen Energie.
Aber nicht nur deine Libido nimmt zu. Sowohl deine körperliche als auch deine geistige Energie steigen, sodass es eine gute Zeit ist, Pläne in die Tat umzusetzen. Vor allem neue Projekte zu starten und kreativ zu sein. Anstatt dich jedoch in Details zu verlieren (was sich später eher für die Lutealphase eignet), darfst du lieber in großen Dimensionen denken und Strategien entwickeln.
Frühjahrs-Tipps:
- Sei mutig und setze Pläne um
- Probiere Neues aus und denke groß!
- Sei zuversichtlich und zukunftsorientiert
- Genieße deine Energie und lebe deine kreative Ader
- Triff dich mit Freunden und unternehme Dinge, die dir Spaß machen
3. Phase deines Monatszyklus: Sommer
Der Sommer ist die kürzeste Jahreszeit des Zyklus mit einer Dauer zwischen drei und vier Tagen, dessen wichtigstes Ereignis der Eisprung ist.
Doch auch wenn der innere Sommer nur von kurzer Dauer ist, so ist es die perfekte Jahreszeit für Spaß. Genauso wie die Hitze des Sommers sich hervorragend für Geselligkeit, Ausgehen oder Faulenzen im Freien eignet, geht es im Sommer in deinem Körper um Verbindung, Vergnügen, Ausdruck, Kreativität, Produktivität, Liebe und Spiel.
Deine Energie im Monatszyklus erreicht ihren Höhepunkt. In der Ovulationsphase fühlst du dich ausdrucksstärker, extrovertierter und sozialer. Du fühlst du dich bereit, all die Dinge zu tun, die du dir sonst nicht zutraust und du setzt dich über deine gewohnten Grenzen hinweg.
Wenn es jemals eine Zeit gäbe, dich richtig beim Sport auszupowern oder später als gewöhnlich aufzubleiben, um etwas zu erledigen, dann wäre es diese.
In dieser Phase deines Monatszyklus fühlst du dich unaufhaltsam, sexy, sozial und frech. Der Sommer ist der perfekte Zeitpunkt, um öffentlich zu sprechen, eine Gehaltsverhandlung zu führen, ein Date zu vereinbaren, deine Talente zum Besten zu geben und der Welt zu zeigen, wie verdammt erstaunlich du bist.
Was gibt es im Sommer zu beachten?
Die meisten Frauen sehen in ihrem inneren Sommer auch noch am Attraktivsten aus und fühlen sich auch so – kein Wunder! Denn Östrogen ist dabei, seinen Höhepunkt zu erreichen, was deiner Haut einen schönen Glanz verleiht.
In der Zwischenzeit sollte ein Anstieg des Testosterons deinen Sexualtrieb erhöhen, so dass du dich sinnlich und selbstbewusst fühlst. Gleichzeitig erhöht Testosteron die Wahrscheinlichkeit, dass du Risiken eingehst und Dinge ausprobierst, die du noch nie zuvor getan hast.
Sommerliche Tipps:
- Be social und genieße deine Kontaktfreudigkeit
- Spaß und Vergnügen haben Vorrang
- Schmeiße eine kleine spontane Party oder gehe aus
- Romantische Dates machen sich jetzt besonders gut
- Sei einfach du selbst und schalte den inneren Kritiker auf „mute“
4. Phase deines Monatszyklus: Herbst
Der innere Herbst einer Frau entspricht der Lutealphase oder den letzten 12 bis 16 Tagen des Zyklus. Es ist eher die introvertierte Jahreszeit.
Es ist die letzte der vier Phasen im Menstruationszyklus. Dein Östrogenspiegel ist gesunken und nun erreicht Progesteron infolge des Eisprungs seinen Höhepunkt.
Damit sind die energetischen Höhen des Frühlings und des Sommers zu Ende. Genauso wie die Bäume im Herbst ihre Blätter abwerfen, ist dies eine Zeit, in der du deinen vollen Terminkalender einschränken und deinen Schritt wieder etwas verlangsamen solltest.
Was gibt es im Herbst zu beachten?
Progesteron wird dich beim Slow-Down unterstützen. Schließlich hat es eine beruhigende, valiumähnliche Wirkung auf den Körper, wodurch sich dein Geist verlangsamt, dein Blutzuckerspiegel stabilisiert und deine Energiewerte sinken.
Das Gehirn ist eher für detailorientierte Aufgaben als für das Denken in großen Bildern gerüstet und du neigst mehr dazu, dich zu Hause einkuscheln zu wollen und dich selbst zu pflegen. Gut so!
Herbstliche Tipps:
- Bringe dein Leben in Ordnung
- Nutze die Zeit zum Sortieren, für Buchhaltung etc.
- Miste deine Garderobe aus
- Gehe einkaufen und fülle deine Vorräte auf
- Sei gut zu dir und höre auf deine Intuition
- Betreibe Stressabbau, z.B. in Form von Yoga
Wundere dich nicht, wenn dein innerer Kritiker in dieser Zeit hyperaktiv ist, wenn es um deine Fehler geht. Diesem Effekt kannst du allerdings entgegenwirken, indem du regelmäßig Selbstmitgefühl durch diese Meditation übst:
>> Liebevolle Güte-Meditation <<
Wenn sich der Winter wieder einmal nähert, wirst du dich nach einer ruhigen Zeit für dich selbst sehnen. Scheue daher nicht, Einladungen abzulehnen und Daheim dein eigenes Wellness-Programm zu verfolgen.

In den Tagen vor deiner Periode kannst du auch eine Massage buchen. Diese kann bei Angstgefühlen, Depressionen und Schmerzen im Zusammenhang mit PMS helfen.
Fazit: Monatszyklus und die inneren Jahreszeiten
Das Bewusstwerden der verschiedenen Phasen des Monatszyklus hat für uns und für die Frauen, mit denen wir arbeiten, das Leben verändert. Nachdem du diesen Artikel gelesen hast, weißt du nun, wie sich deine Bedürfnisse mit den verschiedenen Phasen natürlich verändern und wie du ihnen besser gerecht werden kannst.
Zyklusbeobachtung und das Ausrichten auf die entsprechende Jahreszeit, kann dir eine größere Wertschätzung für alle Veränderungen, die monatlich in deinem Körper auftreten, geben. Du bekommst die Möglichkeit, mit diesen Veränderungen zu arbeiten, anstatt dagegen zu kämpfen.
Wenn du noch nicht begonnen hast, deinen Zyklus zu beobachten, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, damit zu beginnen. Auf diese Weise kannst du anfangen, Daten zu sammeln und deine Erfahrungen mit den inneren Jahreszeiten deines Zyklus sowie deren zeitlichen Ablauf kennen zu lernen.
Zyklusbeobachtung kannst du übrigens auch bequem mit einer App durchführen. Alternativ tut es natürlich auch ein Notizbüchlein, in dem du deine körperlichen sowie emotionalen Symptome festhalten kannst.


