Menstruationszyklus in 2 Phasen: Alles was du darüber wissen solltest!

Menstruationszyklus
In diesem Artikel erfährst du spannende Fakten über die 2 Phasen des Menstruationszyklus, die du wahrscheinlich nicht im Bio-Unterricht gelernt hast.
Inhaltsverzeichnis

Der Menstruationszyklus war lange Zeit ein Tabuthema und wird auch heutzutage von einigen Frauen immer noch als lästig, unangenehm und schmerzhaft empfunden. Leider!

Dieser Artikel dient nicht nur der Aufklärung, wozu dein Menstruationszyklus gut und fähig ist sondern soll auch deine Motivation stärken, dich mehr mit deinem Zyklus auseinanderzusetzen.

In deinem weiblichen Zyklus liegen nämlich viele verborgenen Stärken und Kräfte verborgen. Es lohnt sich, da einmal tiefer einzusteigen!

Lerne deinen Menstruationszyklus kennen!

Einer der ersten Schritte auf der Reise zur Entdeckung deines Menstruationszyklus ist das Wissen darüber, wie er funktioniert und was ihn beeinflusst.

Die hormonellen Uhren von Frauen unterscheiden sich erheblich von unseren männlichen Gegenstücken. Während die Hormone der Männer im 24-Stunden-Zyklus arbeiten, sind die Hormone der Frauen im Laufe ihres 25- bis 35-tägigen Zyklus in einem konstanten Ebbe- und Flut-Zustand.

Anders als Männer sind wir Frauen also “zyklische Wesen” und damit sind wir auch nicht dazu bestimmt, Tag für Tag das Gleiche zu tun und uns gleich zu fühlen.

Wenn du dich mit deinem Zyklus vertraut machst, kannst du Aspekte deiner Gesundheit und deines Wohlbefindens freisetzen, die dir bis dato vielleicht noch verborgen geblieben sind.

Außerdem kannst du dich von Beschwerden befreien wie Migräne, Heißhunger, starken Regelschmerzen, Müdigkeit, PCOS und heftigen Stimmungsschwankungen.

Denn all diese Symptome sind Zeichen, mit denen dein Körper dir signalisieren möchte, dass du nicht im Einklang mit deinem Menstruationszyklus lebst und es Zeit ist, ihn zu hören, zu verstehen und Änderungen vorzunehmen.

Dein Zyklus und du, ihr seid keine Freunde und du wünschst dir, mehr mit ihm im Flow zu sein? Dann könnte dich womöglich dieser Beitrag hier interessieren: Monatszyklus der Frau: Nutze das Konzept der inneren Jahreszeiten.

Dein Zyklus lässt sich in 2 Phasen unterteilen

Innerhalb dieser Phasen gibt es andere, nicht physische Ereignisse, die deine (hormonelle) Gesundheit entweder stärken oder behindern können. Dazu gehören Dinge wie deine Emotionen, dein Lebensstil, Nahrungsmittel, Bewegung und vieles mehr. Der weibliche Zyklus ist total variabel.

Die Zykluslänge schwankt bei mehr als 1/3 der Frauen um eine Woche innerhalb eines Jahres. 1/5 der Frauen haben sogar zwei Wochen Schwankungsbreite innerhalb eines Jahres. Lediglich 3% der Frauen haben innerhalb eines Jahres eine Schwankungsbreite von drei Tagen.

Diese Variabilität des Menstruationszyklus wird durch die 1. Zyklusphase erzeugt. Hier kann es zu großen Variablen kommen, sodass ein Eisprung bereits am 7. oder 8. Tag möglich ist oder erst beispielsweise am 65. Tag.

Schwankungen sind normal

Durch diese Variabilität kann es eben auch sein, dass der Zyklus einer Frau innerhalb eines Jahres schwankt. Man könnte sagen: Je jünger die Frau, desto später findet der Eisprung statt.

Die ersten 2 Jahre nach der allerersten Regelblutung (Menarche) kann der Menstruationszyklus sehr variabel sein, da der Zyklus in der Pubertät erst einmal „reifen“ muss, bis sich ein Zyklus mit der Länge von 23 bis 35 Tagen einstellt. Bei manchen Frauen dauert dieser Prozess bis zum 25. Lebensjahr.

Die stabilsten Zyklen haben Frauen im Alter von 30 bis 35 Jahren. Frauen ab 35 Jahren bekommen dann immer kürzere Eireifungsphasen, was ein Zeichen dafür ist, dass nicht mehr so viele Eibläschen vorhanden sind. Die Auswahl der jeweiligen heranreifenden Eizelle geht somit schneller voran.

Mit dem Eintreten in die Wechseljahre nimmt der Anteil der Zyklen, in denen kein Eisprung stattfindet (anovulatorische Zyklen) sowie der Anteil der Zyklen mit verkürzten Gelbkörperphasen, zu. Zum Ende der Wechseljahre findet dann gar kein Eisprung mehr statt.

Phase 1 des Menstruationszyklus: Follikelphase

Die 1. Phase deines Menstruationszyklus wird als Follikelphase oder auch Eireifungsphase und Östrogenphase bezeichnet. Sie ist durch die Ereignisse deiner Periode, der Eireifung und des Eisprungs gekennzeichnet.

Jeder neue Zyklus beginnt mit der Menstruation

Diese Phase ist der Beginn deines Zyklus, der das Ende des Alten und den Beginn des Neuen markiert.

Wenn sich im vorangegangenen Menstruationszyklus keine befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat, zieht sich nach etwa 10 bis 16 Tagen nach dem Eisprung der Gelbkörper zurück und auch die Hormonproduktion sinkt.

Die Gebärmutterschleimhaut kann nicht weiter aufrecht erhalten werden – die Menstruationsblutung setzt ein und ein neuer Zyklus beginnt. Der erste Tag der Menstruation markiert also auch immer wieder den ersten Tag deines neuen Zyklus.

Danach folgt die Eireifung

Nachdem die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen wurde, beginnt der Körper damit, die nächste Gebärmutterschleimhaut für den Eisprung und eine mögliche Empfängnis vorzubereiten.

Noch während der Menstruation in der 1. Zyklusphase beginnt dein Gehirn (Hypothalamus/Hypophyse) das follikelstimulierende Hormon (FSH) auszuschütten und zu den beiden Eierstöcken zu schicken. Dort „schlummern“ zu Beginn der Pubertät in etwa 400.000 Eizellen, um pro Zyklus etwa 20 bis 25 Eizellen „aufzuwecken“.

Sobald dies geschehen ist, bildet sich um die Eizellen herum ein Eibläschen (Follikel). Auf der Hülle des Eibläschens entstehen die weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene), die die 1. Zyklusphase bestimmen.

Das Östrogen hat mehrere Aufgaben, wie z.B. den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, die Öffnung des Muttermunds und die Aktivierung des Zervixschleimes.

Aus den 20 bis 25 „aufgeweckten“ Eizellen wird vom Körper eine Eizelle ausgewählt (Selektion des dominanten Follikels), die letztendlich größer werden darf, bis es zum Eisprung kommt.

Kurz vor dem Eisprung erhält dein Körper einen Anstieg des LH-Hormons, signalisiert durch die Hypophyse. Dadurch platzt der dominante Follikel auf und seine Eizelle wird in den Eileiter abgegeben, wo sie für die Empfängnis bereit ist.

Der Eisprung (Ovulation) markiert den Höhepunkt

Jetzt wird es erst so richtig interessant. Denn die Ovulation ist das Resultat der „harten“ Arbeit deines Körpers, die er von Tag 1 des Menstruationszyklus an geleistet hat.

Die hochfruchtbare Zeit kündigt sich durch die Produktion des Zervixschleims an. Man erkennt den Schleim an seiner einzigartigen Konsistenz, die an rohes Eiweiß erinnert.

Auch der Mittelschmerz kann ein Anzeichen dafür sein, dass der Eisprung bald stattfindet. Wusstest du, dass die freigesetzte Eizelle von den Fimbrien des Eileiters in den Eileiter aufgenommen wird, wo sie lediglich 12 bis 18 Stunden befruchtungsfähig ist?

Der Eisprung markiert den Übergang von der 1. Zyklusphase zur 2. Zyklusphase. Die Ovulationsphase dauert in etwa 2 bis 4 Tage.

Phase 2 des Menstruationszyklus: Lutealphase

Die 2. Phase des Menstruationszyklus, die Lutealphase, wird von vielen Frauen oft als die herausforderndste Phase des Zyklus wahrgenommen.

In dieser Phase verbleibt die Hülle, aus der die Eizelle freigesetzt wurde, im Eierstock zurück und wandelt sich in den sogenannten Gelbkörper um, der weiterhin Östrogene produziert. Aber nun vor allem Gelbkörperhormone (Progesterone) freisetzt, die die 2. Zyklusphase bestimmen.

Die wichtigen Aufgaben des Progesterons

Die Aufgabe des Progesterons ist es, sich um den weiteren Aufbau der Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung der Eizelle zu kümmern. Aber auch das Verschließen des Muttermunds, den Anstieg der Körpertemperatur, die Vorbereitung der Brustdrüse sowie die Kommunikation mit dem Hypothalamus und der Hypophyse zählen dazu.

Sobald sich der Embryo in die Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat, sendet er das kindliche Hormon/Schwangerschaftshormon (Beta-HCG) in den Körper der Frau aus, wo es auch zum Gelbkörper gelangt, sodass sich aus dem Gelbkörper der Schwangerschaftsgelbkörper entwickelt.

Dieser versorgt das Kind über die nächsten 3 Monate hinweg, bis die Plazenta (Mutterkuchen) die Progesteronproduktion übernimmt und für den selektiven Austausch von Nähr- und Stoffwechselprodukten zwischen Mutter und Baby verantwortlich ist.

Was passiert wenn keine Befruchtung stattgefunden hat?

Wenn keine Befruchtung stattgefunden hat, verändern sich die Hormone des Körpers, um sich auf die Freisetzung der Gebärmutterschleimhaut (die nicht benötigt wird) vorzubereiten, also wieder auf deine Menstruation und damit dem Beginn eines neuen Menstruationszyklus.

Während der Lutealphase treten bei Frauen allzu oft Anzeichen eines Ungleichgewichts auf, welches auch als PMS bezeichnet wird. Daher solltest du vor allem nach dem Eisprung die meiste Selbstfürsorge betreiben und dich gesund ernähren.

Ist die Zeit nach dem Eisprung (Lutealphase/Gelbkörperphase) nicht wie bei den meisten Frauen 10 bis 16 Tage lang, sondern verkürzt, so spricht man von einer Gelbkörperschwäche.

Hierbei wird die Einnistung der befruchteten Eizelle gestört und somit ist der Erhalt der Schwangerschaft gefährdet. In diesem Fall solltest du den Grundursachen auf die Spur kommen.

Tritt hingegen nach den 16 Tagen deine Periode nicht ein, so bist du vermutlich schwanger.

Fazit: Menstruationszyklus

Der Menstruationszyklus lässt sich in 2 Phasen einteilen: Die Follikelphase, in der das Ei heranreift und der Lutealphase, in der wir uns auf die Blutung vorbereiten.

Wir Frauen sind komplexe Wesen und das spiegelt sich selbstverständlich auch in unseren Zyklen wieder. Um es kurz zu machen: Das Wissen darüber, wie der Zyklus funktioniert und in welchen Phasen er abläuft, ist das A & O. Es ist einfach Basiswissen über den eigenen weiblichen Körper, worüber jedes Mädchen und jede Frau Bescheid wissen sollte.

Jeder neue Zyklus beginnt mit dem Eintreten der Periode. Der erste Tag der Blutung markiert also gleichzeitig auch den ersten Tag eines jeden neuen Zyklus. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen, Begrüßen und Loslassen.

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